| Finnland |
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| Nyplätty pitsi |
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Finnland kennt drei traditionelle Klöppelzentren: Rauma an der Westküste
mit feinen Spitzen, Heinämaa im Landesinneren mit Torchonspitzen
und das ehemalige Karelien im Südosten mit Bänderspitzen. Die beiden ersten
Regionen existieren noch heute, durch den Verlust Kareliens nach
dem 2. Weltkrieg wurden die
ausgewanderten Karelier über das ganze Land verteilt, eine geschlossene
Klöppelregion existiert nicht mehr.
|  Klöppeldenkmal Rauma |
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Außerhalb dieser klassischen Regionen findet man in Kirchen häufig Spitzen
an Altardecken und auch Klöpplerinnen mit eigenen Austellungen und Verkauf.
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| Rauma |
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Die Produktion von Klöppelspitzen begann um 1700. Bereits um 1750 ist
eine beachtliche Spitzenherstellung nachweisbar, um 1772 wurde fast
in jedem Haushalt geklöppelt. Mädchen lernten die Technik mit 6 bis 7 Jahren,
viele Frauen klöppelten ihr ganzes Leben lang. Es wurden zunächst
Rokokko-, später neoklassische Spitzen hergestellt.
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Um die Ausbildung zu verbessern und neue Techniken zu erlernen, wurde eine
Klöppelschule geplant und eine Klöppellehrerin aus Schneeberg angeworben.
Sie unterrichtete von 1837 bis 1844 in Turku, kam aber nie nach Rauma, sondern
kehrte nach Deutschland zurück. Eine ihrer Schülerinnen gründete dann in Rauma
die erste Klöppelschule, die die erste Schule überhaupt für ärmere Mädchen
wurde und aus der später die Volksschule hervorging.
|  Ehemalige Klöppelschule |
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Seit etwa 1970 findet jährlich in der 3. Juliwoche die «Pitsiviikko»
(Spitzenwoche) mit Klöppelmarkt, -händlern, Spitzenwettbewerben und
Sonderausstellungen statt.
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Der ganze Ort feiert diese Woche als Volksfest,
es gibt auch jede Menge klöppelfremde Höhepunkte wie die Wahl der
«Pitsimissi» und Golfturniere.
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 Wahl der «Pitsimissi» |  Ausstellung |
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 Ausstellung |
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Das Stadtmuseum am Marktplatz beherbergt eine große Sammlung von Rauma-Spitzen,
ebenso sind im Museumsteil «Marela» einige Spitzen zu sehen. Nahe
des Marktes findet man ebenfalls ein Spitzengeschäft.
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 Stadtmuseum |  Spitzensammlung im Stadtmuseum |  Klöppelgeschäft |
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| Heinämaa |
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Heineämaa liegt ca. 10 km östlich von Orimattila und ca. 100 km nördlich
von Helsinki. Die Spitzenfertigung begann hier Ende des 18. Jahrhunderts.
Es ist unklar, woher diese Technik eingeführt wurde und warum sie gerade
hier überlebte. Die Spitzenherstellung war jedoch
gemeinsam mit der Herstellung von hölzernen Kunst- und Gebrauchsgegenständen
ein wichtiger Erwerbszweig bis Mitte des 20. Jahrhunderts.
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Logo der Heinämaa-Spitze |
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden nur schmale gerade Bänder geklöppelt.
Danach begann die Herstellung von Deckchen, Läufern und Tischdecken.
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In Heinämaa selbst kann man ohne vorherige Anmeldung bei einer Klöpplerin
nichts vom Klöppeln sehen.
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Der Verkauf der Spitzen und von Klöppelmaterial
erfolgt im Gemeindezentrum Orimattila in der
«Pitsitupa», Lahdentie 65 E.
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 Kirche Orimattila |  Pitsitupa |  Heinämaa-Deckchen |  Heinämaa-Lesezeichen |
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Jährlich veranstalten die Klöpplerinnen am 2. Wochenende nach
Sonnenwende ein zweitägiges Spitzentreffen.
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| Andere Spitzenorte |
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 | «Pitsipaja» (Spitzenwerkstatt) bei Marttila
ca. 20 km westlich von Orimattila
Pirkko organisiert hier häufig Klöppelkurse mit internationaler Beteilung,
sie verkauft Klöppelmaterial und hat viele Informationen zur finnischen
Spitze.
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 Pitsipaja |  Historisches Klöppelkissen aus Heinämaa |
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«Pitsipirtti» (Spitzenblockhaus) in Huittinen
Ausstellung von Eeva-Liisa Kortelahti: Sie finden hier alle Originalarbeiten,
die in ihren Büchern vorgestellt werden.
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